Wie unterscheidet man eine benigne Prostatahyperplasie von Prostatakrebs?
Das ist ein sehr gutes Thema. Denn hier ist die Unterscheidung zwischen beiden einer der wichtigsten Faktoren. Worum geht es?
Zwischen der gutartigen Vergrößerung — oft spricht man auch von Hyperplasie oder von Prostataadenom — und Krebs besteht ein großer Unterschied. Auch das lässt sich mit speziellen Untersuchungsmethoden feststellen. Man kann das auch Früherkennung nennen.
Denn wenn Krebs vorliegt: Je früher die Diagnose mithilfe einer Untersuchungsmethode gestellt wird, desto passender kann man behandeln und so den Krebs zurückdrängen, ja die Patienten sogar davon befreien. Welche Beschwerden treten bei der gutartigen Vergrößerung, also bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH), auf? Bei beiden können dieselben Beschwerden auftreten.
Sowohl bei Krebs als auch bei der BPH. Es können obstruktive Miktionsbeschwerden auftreten. In diesem Fall können bei der BPH und bei Krebs dieselben Beschwerden bestehen.
Man nennt sie obstruktive Miktionsbeschwerden: ein schwacher Harnstrahl, nächtliches Aufstehen zum Wasserlassen, ein verzögerter Beginn des Wasserlassens, Restharngefühl und das Gefühl, dass sich die Blase nicht vollständig entleert. Diese Beschwerden können in beiden Fällen auftreten.
Prostatakrebs ist jedoch eine Erkrankung, die sich allein anhand dieser Beschwerden nicht erkennen lässt. Hier müssen zusätzliche Untersuchungsmethoden eingesetzt werden, etwa der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen).
Das ist ein Bluttest. Sein Ergebnis kann bei uns jederzeit einen Verdacht wecken. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass Krebs vorliegt, wenn der PSA-Wert erhöht ist.
Denn die Ursache kann auch eine Entzündung sein. Deshalb müssen zusätzliche Untersuchungsmethoden eingesetzt werden. Dazu gehört die rektale Tastuntersuchung, die unsere Männer nicht mögen.
Und diese Tastuntersuchung ist eine sehr wichtige Untersuchung. Durch sie wird die Konsistenz der Prostata festgestellt: Ist sie hart wie Knochen oder weich?
Ist sie verhärtet, gibt uns das den Hinweis, dass in diesem Fall die Möglichkeit einer Krebserkrankung besteht. Manchmal ist die Prostata hart, der PSA-Wert aber nicht erhöht. Ergänzend gibt es eine weitere Untersuchungsmethode, die MRT — die multiparametrische MRT der Prostata.
Auch hier gibt es im Ergebnis eine Einstufung: PI-RADS 1, 2, 3, 4, 5. Liegt die Einstufung über drei, kann der Verdacht entstehen, dass hier Prostatakrebs vorliegen könnte. In einem solchen Fall wecken all diese Befunde einen Verdacht.
Die Untersuchungsmethode, mit der die eigentliche Diagnose gestellt wird, ist die Biopsie. Wenn bei diesen drei Untersuchungsmethoden, also Tastuntersuchung, PSA oder MRT, bei jeder von ihnen oder auch nur bei einer der Verdacht entsteht, dass hier Prostatakrebs vorliegen könnte, dann muss eine Biopsie durchgeführt werden. Und durch das Ergebnis der Biopsie wird dann klar, ob Krebs vorliegt oder nicht.
Wird diese Untersuchungsmethode früh, im Frühstadium, eingesetzt und die Diagnose richtig gestellt, können wir unseren Patienten sehr helfen, und sie können davon profitieren. Ich sage es noch einmal: Viele Urologen greifen in solchen Fällen zum Beispiel nicht einmal zur Tastuntersuchung. Dabei hat sie eine große Bedeutung.
Die Unterscheidung zwischen gutartiger Vergrößerung und Prostatakrebs ist wichtig. Wenn, wie gesagt, Tastuntersuchung, MRT oder PSA nicht auffällig sind, wird die Diagnose BPH gestellt und ausschließlich die BPH behandelt. In anderen Fällen kann es bis zur Entfernung der Prostata gehen. In solchen Fällen müssen bei Patienten die jeweils geeigneten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden angewendet werden.
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