Fragen und Antworten zur Urologie
Die Fragen, die in der Sprechstunde am häufigsten gestellt werden, mit kurzen, klaren Antworten. Entscheidungen zu Ihrer persönlichen Situation können erst nach einer Untersuchung getroffen werden.
Nieren- und Harnsteine
Bei starken Schmerzen oder einer Infektion; wenn der Stein trotz Behandlung nicht abgeht; bei Blutungen; wenn ein Verlust der Nierenfunktion droht; bei vollständigem Verschluss; bei einem Stein in einer Einzelniere.
Sie kommen bei etwa einem von 11 Menschen vor. Bis zum Alter von 70 Jahren sind etwa 19 % der Männer und 9 % der Frauen davon betroffen.
Diese Zahlen beruhen auf Bevölkerungsstudien aus den USA und sind keine Daten für Aserbaidschan; die Häufigkeit von Nierensteinen unterscheidet sich je nach Land und Region.
Der wichtigste begrenzende Faktor ist die Größe des Steins. Bei großen Steinen dauert die Operation lange, wodurch das Risiko für Infektion und Sepsis steigt; eine Vollnarkose ist erforderlich, und eine bestehende Harnwegsinfektion muss vorher behandelt werden. Andernfalls wird die perkutane Nephrolitholapaxie (PCNL) gewählt.
Steine bis etwa 1 cm lassen sich ohne jeden Schnitt aus jedem Nierenkelch entfernen. Die Patienten werden in der Regel am nächsten Tag entlassen.
Die Angabe „1 cm“ ist dabei keine feste Grenze. Ob eine flexible endoskopische Operation geeignet ist, wird individuell entschieden — neben der Größe auch nach Anzahl und Dichte der Steine, dem betroffenen Nierenkelch, dem Aufbau der Niere und dem Allgemeinzustand des Patienten. Sie kann auch bei größeren Steinen eingesetzt werden, manchmal ist jedoch eine weitere Sitzung oder ein perkutanes Vorgehen nötig; nach der Operation kann vorübergehend ein Stent eingelegt werden.
Nein. Entscheidend sind Größe und Lage des Steins sowie die Frage, ob Schmerzen oder Komplikationen vorliegen.
Prostata
Nach dem 50. Lebensjahr treten bei etwa der Hälfte der Männer Beschwerden auf: ein schwächerer Harnstrahl, unterbrochenes Wasserlassen, nächtliches Aufwachen, Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens, Nachträufeln und das Gefühl, dass sich die Blase nicht vollständig entleert. Die Größe der Prostata muss nicht mit der Stärke der Beschwerden übereinstimmen — eine kleine Prostata kann starke Beschwerden verursachen, eine große dagegen gar keine.
Es handelt sich um die Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs; bei manchen Patienten werden zusätzlich die regionalen Lymphknoten entfernt. Der Eingriff kommt bei Patienten mit nicht metastasierter Erkrankung infrage, deren Alter und Gesundheitszustand es zulassen. Er kann auch robotergestützt durchgeführt werden.
Nein. Der Laser wirkt nur in sehr geringer Tiefe, gesundes Gewebe bleibt erhalten, und die für die Erektion verantwortlichen Nerven werden nicht geschädigt.
Dennoch bestehen, wie bei jedem chirurgischen Eingriff, auch bei einer Laseroperation individuelle Risiken; das Ergebnis hängt vom Zustand des Patienten ab und kann nicht im Voraus garantiert werden.
Sie sollten nicht als Behandlung angesehen werden. Sprechen Sie unbedingt mit einer erfahrenen Ärztin oder einem erfahrenen Arzt, bevor Sie in Apotheken oder im Internet beworbene Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
Harnblase und Infektionen
Er macht sich meist nach dem 50. Lebensjahr durch Blut im Urin bemerkbar. Den ersten Schritt der Früherkennung bilden eine gewöhnliche Ultraschalluntersuchung und eine Urinuntersuchung.
Ist jedoch sichtbares Blut im Urin aufgetreten — auch wenn es schmerzlos ist und nur einmal auftritt —, erfordert das immer eine urologische Abklärung. Auch bei unauffälligem Ultraschall können dann eine Betrachtung der Harnblase von innen mit einer Kamera (Zystoskopie) und eine Bildgebung des oberen Harntrakts notwendig sein; Ultraschall und Urinuntersuchung allein reichen nicht aus, um Harnblasenkrebs auszuschließen.
Sie kommt bei mindestens 50 % der Frauen vor und kann trotz Antibiotika jahrelang anhalten. Für eine korrekte Diagnose können eine Zystoskopie und eine mehrphasige Computertomographie mit Kontrastmittel erforderlich sein. Diese Erkrankung wird häufig nicht sachgerecht behandelt.
Harnwegsinfektionen treten bei Frauen deutlich häufiger auf als bei Männern; wiederkehrende (chronische) Infektionen sind allerdings deutlich seltener als eine einmalige Infektion, und der genaue Prozentsatz hängt von der jeweiligen Studie und der Definition der Erkrankung ab. Bei wiederkehrenden Infektionen sollte die Ursache urologisch abgeklärt werden.
Die chronische Prostatitis ist eine langanhaltende Entzündung oder ein Schmerzsyndrom der Prostata und gehört zu den häufigen Erkrankungen bei Männern. Ursache kann eine bakterielle Infektion sein, in vielen Fällen wird jedoch keine Infektion nachgewiesen; auch Darmprobleme und andere Faktoren können eine Rolle spielen. Eine nicht richtig behandelte akute bakterielle Prostatitis kann in eine chronische Form übergehen. Die chronische Prostatitis kann mit Schmerzen im Bereich der Hoden und Nebenhoden und manchmal mit deren Entzündung einhergehen. Anzeichen sind: Störungen beim Wasserlassen, schmerzhafter Geschlechtsverkehr, häufiges und schmerzhaftes Wasserlassen, manchmal Fieber, Schmerzen am Damm und oberhalb des Schambeins, Beckenschmerzen, Beschwerden im Enddarm, in den Hoden und im unteren Rücken, Störungen der Sexualfunktion sowie Brennen beim Wasserlassen. Ähnliche Beschwerden kommen auch bei anderen Erkrankungen vor; deshalb werden Diagnose und Behandlung — einschließlich der Frage, ob ein Antibiotikum nötig ist — erst nach einer urologischen Untersuchung festgelegt. Hohes Fieber, Schüttelfrost oder ein vollständiges Ausbleiben des Wasserlassens erfordern eine sofortige ärztliche Untersuchung.
Werden diese Medikamente zusammen mit Steroiden, Herzmedikamenten und Antiarrhythmika eingenommen, kann das bei älteren Patienten zu einer Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit beitragen. Anticholinergika sind bei Glaukom kontraindiziert. Vor der Verordnung sollten Alter und Begleiterkrankungen beurteilt werden.
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt ab und ändern Sie die Dosis nicht eigenmächtig; wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, teilen Sie dies Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit.
Harninkontinenz sollte nicht als unvermeidliche Folge des Älterwerdens angesehen werden. Die Ursachen sind vielfältig: Harnwegsinfektionen, bei Frauen eine atrophische Vaginitis (Ausdünnung der Schleimhaut nach den Wechseljahren), bestimmte Medikamente, Stoffwechselerkrankungen wie ein unzureichend eingestellter Diabetes sowie Störungen im Zusammenhang mit der psychischen Verfassung können eine Inkontinenz verursachen oder die Beschwerden verstärken. Jede Form erfordert eine andere Behandlung, daher ist vor Behandlungsbeginn eine urologische Abklärung unerlässlich. Setzen Sie Medikamente, die Sie einnehmen, nicht ohne ärztliche Rücksprache ab.
Nierengesundheit
Kontrolle des Blutdrucks; bei Diabetes Kontrolle des Blutzuckers; weniger Salz — in Aserbaidschan ist der Salzkonsum etwa 3-mal so hoch wie in europäischen Ländern. Eine frühe Diagnose rettet Leben.
Der Vergleich mit europäischen Ländern ist dabei nur ein grober Richtwert; entscheidend ist, dass eine geringere Salzaufnahme dem Blutdruck und der Nierengesundheit zugutekommt. Bei einer Nierenerkrankung wird die Ernährung gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt festgelegt.
Männergesundheit
Eine genetische Veranlagung gilt als einer der Faktoren, die das Risiko erhöhen; die Ursachen sind jedoch nicht vollständig geklärt.
Kinder
Bis zu einem bestimmten Alter kann es als normal gelten. Hält es jedoch an, sollte es unbedingt abgeklärt werden.
Sprechstunde
Nein, eine Online-Sprechstunde wird nicht angeboten. Für einen Termin können Sie telefonisch oder per WhatsApp Kontakt aufnehmen.
Über den Arzt
„Leitender Oberarzt“ ist eine Positionsbezeichnung an deutschen Krankenhäusern. Mit „Klinik“ ist in Deutschland oft eine Fachabteilung eines Krankenhauses gemeint — etwa die Klinik für Urologie —, die von einem Chefarzt geleitet wird. In dieser Hierarchie rangiert der Leitende Oberarzt nach dem Chefarzt und nimmt unter den Oberärzten die führende Position ein; vereinfacht übersetzt bedeutet das „Stellvertreter des Chefarztes der Klinik für Urologie“. Dr. Rufat Asadbeyli ist als Leitender Oberarzt in der Klinik für Urologie am Lausitzer Seenland Klinikum (Sana) tätig und leitet dort den Bereich für robotische (Da Vinci) und laparoskopische Urologie.
Notfälle
Bei hohem Fieber, starken Schmerzen, Blut im Urin oder wenn gar kein Wasserlassen mehr möglich ist, warten Sie nicht ab — nehmen Sie sofort notfallmedizinische Hilfe in Anspruch.
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