Leitender Oberarzt · Lausitzer Seenland Klinikum (Sana) Sprechstunde in Baku: Badam Medical Center

Dr. Rufat Asadbeyli Urologe · Androloge · Uroonkologe

Barrierefreiheit

Textgröße 100%
Erklärung zur Barrierefreiheit

Hoden und Andrologie

Die Hoden sind die Organe, in denen Spermien gebildet werden, und die Männergesundheit — die Andrologie — ist ein eigenständiger Schwerpunkt der urologischen Praxis. Bei der Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches ist der männliche Faktor mindestens ebenso wichtig wie der weibliche, und der erste Schritt ist ein einfaches Spermiogramm. Diese Seite behandelt die Varikozele, eine Spermienzahl von null (Azoospermie), die Gewinnung von Spermien aus dem Hoden (TESE und Micro-TESE), die Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit, Blut im Sperma, Flüssigkeitsansammlungen um den Hoden und die Hodentorsion.

Symptome

  • Schmerzen, Schweregefühl oder Unbehagen im Hoden (besonders wenn sie lange anhalten)
  • Erweiterte Venen im Hodensack, die sich wie ein „Wurmknäuel“ anfühlen (meist auf der linken Seite)
  • Verkleinerung eines Hodens oder ein Größenunterschied zwischen beiden Hoden
  • Schwellung oder Flüssigkeitsansammlung um den Hoden (Hydrozele)
  • Blut im Sperma
  • Keine Schwangerschaft trotz ungeschützten Geschlechtsverkehrs über ein Jahr
  • Veränderungen im Spermiogramm — zu wenige oder unbewegliche Spermien
  • Verhärtung des Nebenhodens und Schmerzen bei Berührung

Wann sollten Sie einen Urologen aufsuchen?

  • Ein Paar hat seit einem Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehr, ohne dass sich ein Kind einstellt — auch der männliche Faktor muss unbedingt abgeklärt werden.
  • Es besteht eine Varikozele, die Unbehagen oder Schmerzen verursacht, oder im Spermiogramm wurden Veränderungen festgestellt.
  • Im Spermiogramm ist die Spermienzahl null oder sehr niedrig — das ist noch keine endgültige Aussage, sondern erfordert weitere Untersuchungen.
  • Blut im Sperma tritt wiederholt auf, zeigt sich nach dem 40. Lebensjahr oder wird von anderen Beschwerden begleitet (Schmerzen, Fieber, Blut im Urin).
  • Eine Verhärtung oder Schmerzen im Hoden halten wochenlang an — „chronische Hodenschmerzen“ haben oft eine behandelbare Ursache.
  • Eine Flüssigkeitsansammlung um den Hoden (Hydrozele) nimmt zu oder verursacht Beschwerden.

Themen

Ausschlaggebend für die Entscheidung sind der Grad der Varikozele, eine mögliche Verkleinerung des Hodens und die Werte des Spermiogramms. Eine niedriggradige Varikozele, die keine Beschwerden verursacht und das Spermiogramm nicht beeinträchtigt, muss nicht zwingend operiert werden.

Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Varikozelenoperation Risiken — Blutungen, Infektionen, die Entstehung einer Hydrozele und ein Wiederauftreten sind möglich; eine Verbesserung des Spermiogramms kann nicht im Voraus zugesagt werden. Verfahren und Zeitpunkt werden nach einer individuellen Untersuchung gewählt.

Eine genetische Veranlagung gilt als einer der Faktoren, die das Risiko erhöhen; die Ursachen sind jedoch nicht vollständig geklärt.

Die wichtigsten operativen Verfahren sind die laparoskopische Varikozelektomie (über kleine Zugänge in der Bauchdecke) und die mikrochirurgische Varikozelektomie (über einen kleinen Schnitt in der Leistenregion, unter dem Operationsmikroskop); darüber hinaus gibt es die Embolisation, die vom Inneren der Blutgefäße aus erfolgt.

Jedes Verfahren hat eigene Vorteile und Grenzen. Das laparoskopische Verfahren erfordert eine Vollnarkose. Das mikrochirurgische Verfahren setzt besondere Erfahrung im Umgang mit dem Operationsmikroskop voraus und dauert in der Regel länger. Die Embolisation erfolgt ohne Hautschnitt über eine Gefäßpunktion unter Röntgenkontrolle, ist aber nicht bei jeder Anatomie möglich. Nach jedem Verfahren kann die Varikozele wieder auftreten oder sich Flüssigkeit um den Hoden ansammeln (Hydrozele).

Kein Verfahren ist für jeden Patienten gleichermaßen geeignet, und eine Verbesserung der Spermienwerte nach der Operation ist nicht garantiert — die Wahl wird individuell getroffen, abhängig vom Grad der Varikozele, davon, ob es sich um ein Rezidiv handelt und ob beide Seiten betroffen sind, sowie vom Ziel des Patienten.

Eine Varikozele bedeutet meistens eine Erweiterung der Venen des linken Hodens. Eine pauschale Antwort lässt sich hier nicht geben. Ist sie ersten Grades und verursacht keine Beschwerden, ist keinerlei Operation nötig. Auch bei zweitem oder drittem Grad muss eine Indikation vorliegen: Stellt sich kein Kind ein oder verursacht die Varikozele Unbehagen und Schmerzen, besteht eine Indikation zur Operation.

Bei älteren Männern, die bereits Kinder und eine Familie haben, muss selbst eine Varikozele vierten Grades nicht operiert werden, wenn sie keinerlei Beschwerden macht. Handelt es sich dagegen um einen jungen Mann mit Veränderungen im Sperma, etwa schwachen Spermien, muss auch hier behandelt werden.

Möchte sich ein Patient vorsorglich operieren lassen, um die Varikozele loszuwerden, ist auch das möglich — denn diese Erkrankung verschwindet nicht von selbst.

Auch eine vorsorgliche Operation auf eigenen Wunsch des Patienten ist ein chirurgischer Eingriff, für den die allgemeinen Operationsrisiken gelten; die Entscheidung wird gemeinsam mit dem Arzt nach einer individuellen Untersuchung getroffen. Für die Varikozelenoperation gibt es mehrere Verfahren; welches gewählt wird, richtet sich individuell nach der Situation des Patienten.

Nein, nicht zwangsläufig. Es gibt zwei Haupttypen der Azoospermie: die Verschlussform (obstruktiv) und die Form mit gestörter Spermienbildung (nicht-obstruktiv). In beiden Fällen kann es möglich sein, Spermien direkt aus dem Hoden zu gewinnen.

Die Gewinnung von Spermien aus dem Hoden ist ein chirurgischer Eingriff und mit Risiken verbunden; dass Spermien gefunden werden, kann nicht im Voraus zugesagt werden. Die Indikation wird nach einer individuellen Untersuchung gestellt.

Eine Spermienzahl von null bedeutet nicht zwangsläufig, dass tatsächlich keine Spermien vorhanden sind. Diese Null bezieht sich auf das Sperma, das aus den Samenbläschen kommt. Auf den Wegen davor kann ein Problem bestehen: Im Hoden werden möglicherweise durchaus Spermien gebildet, nur gibt es auf diesen Wegen ein Hindernis.

In solchen Fällen muss unbedingt Samen aus den Hoden entnommen werden, und dort müssen unter dem Mikroskop Spermien nachgewiesen oder ausgeschlossen werden. Finden sich auch dort keine Spermien, gibt es keine Chance, mit eigenen Spermien Vater zu werden. Findet man dort aber auch nur ein oder zwei Spermien, besteht zum einen die Möglichkeit, Vater zu werden; zum anderen können später, je nach Untersuchungsergebnis, diese Wege behandelt werden — und wenn sie sich öffnen, besteht die Chance, auf natürlichem Weg Vater zu werden.

Gemeint ist dabei stets die Möglichkeit, mit den eigenen Spermien Vater zu werden. Das Ergebnis ist bei jedem Patienten anders und kann in keiner Phase im Voraus zugesagt werden. Werden im Hoden keine Spermien gefunden, werden alternative Wege zur Familiengründung gemeinsam mit einem Reproduktionsmediziner besprochen. Die Entnahme von Samen aus dem Hoden ist ein chirurgischer Eingriff mit Risiken; die weiteren Schritte werden in einer individuellen Beratung besprochen.

Bei der TESE wird eine Gewebeprobe aus dem Hoden entnommen und darin nach Spermien gesucht. Bei der Micro-TESE werden unter dem Operationsmikroskop gezielt die Samenkanälchen ausgewählt und entnommen, in denen Spermien gebildet werden — im Vergleich zur herkömmlichen TESE kann dieses Verfahren die Chance erhöhen, Spermien zu finden, und das Hodengewebe weniger schädigen.

Das Verfahren wird in bestimmten Fällen männlicher Unfruchtbarkeit angewendet: wenn im Sperma keinerlei Spermien vorhanden sind (Azoospermie) oder wenn alle vorhandenen Spermien unbeweglich sind. Die TESE wird also nicht bei jeder Form von Unfruchtbarkeit gewählt, sondern nur bei einer konkreten Indikation.

Beide Verfahren sind chirurgische Eingriffe, und die allgemeinen Operationsrisiken (Blutung, Infektion, Auswirkungen auf das Hodengewebe) gelten auch für sie; dass Spermien gefunden werden, kann nicht im Voraus zugesagt werden. Die Indikation wird nach einer individuellen Untersuchung gestellt.

Bei Männern, in deren Sperma sich keinerlei Spermien finden (Azoospermie), kann die Micro-TESE es ermöglichen, Spermien aus dem Hoden zu gewinnen und so durch eine extrakorporale Befruchtung (künstliche Befruchtung) ein Kind zu bekommen.

In seltenen Fällen kann die Micro-TESE auch bei Männern mit eingeschränkter Spermienqualität angewendet werden — mit dem Ziel, auf diesem Weg gesunde Spermien zu gewinnen. Diese Entscheidung wird individuell anhand des Spermiogramms und weiterer Untersuchungsergebnisse getroffen.

Die Micro-TESE ist ein chirurgischer Eingriff und birgt wie jede Operation Risiken. Es kann sein, dass nach dem Eingriff keine Spermien gefunden werden; und selbst wenn Spermien gefunden werden, hängt es auch von der reproduktionsmedizinischen Phase (IVF/ICSI) und vom weiblichen Faktor ab, ob ein Kind zur Welt kommt. In keiner Phase wird ein Ergebnis zugesagt.

Von Unfruchtbarkeit spricht man, wenn ein Paar trotz ungeschützten Geschlechtsverkehrs über ein Jahr hinweg kein Kind bekommen kann. Erst nach einer gründlichen Abklärung der Ursachen wird der Behandlungsweg gewählt.

Faktoren, die bei Männern zu Unfruchtbarkeit führen können: eine niedrige Spermienzahl; eine mit dem Alter abnehmende Bildung hochwertiger Spermien; hormonelle Probleme; ein Verschluss der Samenwege; genetische Störungen; Infektionen und Erkrankungen wie Krebs; Erektionsprobleme; eine Varikozele; Rauchen und Alkohol; Stress und Panikattacken.

Viele dieser Ursachen lassen sich durch Untersuchungen feststellen, und in vielen Fällen gibt es Behandlungsmöglichkeiten — das Ergebnis hängt jedoch von der Ursache und von der Situation beider Partner ab.

Ureaplasmen und Gardnerella, die in der Harnröhre keine Beschwerden verursachen, gelten für sich genommen nicht als Ursache männlicher Unfruchtbarkeit; bei der Abklärung muss die eigentliche Ursache gesucht und die Behandlungsentscheidung individuell anhand der Untersuchungsergebnisse getroffen werden.

Meist steckt eine gutartige Ursache dahinter; tritt es jedoch wiederholt oder nach dem 40. Lebensjahr auf, ist eine Untersuchung von Prostata und Samenbläschen erforderlich.

Prostataerkrankungen, Infektionen und Verletzungen gehören zu den Faktoren, die Blut im Sperma verursachen können. Auch wenn sichtbares Blut im Sperma Patienten beunruhigt, ist die Ursache in den meisten Fällen nicht bösartig.

Wird nach den notwendigen Untersuchungen und Laboranalysen ein Problem wie eine Infektion oder eine Abflussstörung (Obstruktion) festgestellt, muss es behandelt werden. In jedem Fall sollte bei diesem Anzeichen ein Facharzt aufgesucht werden — in der Annahme „Das geht von selbst vorbei“ abzuwarten, ist nicht richtig.

Tritt Blut im Sperma zusammen mit sichtbarem Blut im Urin auf, handelt es sich um eine andere Situation — sichtbares Blut im Urin erfordert auch ohne Schmerzen immer eine umfassende Abklärung (eine Zystoskopie und eine Bildgebung können notwendig sein). Siehe die Seite „Harnblase“.

Eine Hydrozele ist eine Flüssigkeitsansammlung um den Hoden und kann, wenn sie Beschwerden verursacht, operativ behandelt werden. Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch diese Operation Risiken — Schwellung, Bluterguss (Hämatom), Infektion und in seltenen Fällen ein Wiederauftreten sind möglich; das Verfahren wird nach einer Untersuchung individuell gewählt.

Die Hodentorsion (Verdrehung des Hodens) ist dagegen ein NOTFALL — bei plötzlichen, starken Hodenschmerzen entscheiden Stunden, und es muss sofort der Rettungsdienst gerufen oder eine Notaufnahme aufgesucht werden.

Eine kleine Hydrozele, die keine Beschwerden verursacht, muss nicht zwingend operiert werden; die Entscheidung wird nach einer individuellen Untersuchung getroffen.

Betroffene sprechen oft von Hodenschmerzen; bei der Untersuchung zeigt sich dann jedoch eine Infektion des Nebenhodens mit einer Verhärtung. Die Infektion geht von der Harnröhre auf die Prostata über, wandert von dort über die Wege zu den Samenbläschen zurück, setzt sich im Nebenhoden fest und verursacht chronische Beschwerden.

In einem solchen Fall muss meist eine Behandlung der Prostata- und der Nebenhodeninfektion verordnet werden — man spricht von einer kombinierten Behandlung. Auch hier wird individuell entschieden, welche Antibiotika und welche anderen Medikamente eingesetzt werden.

Chronische Hodenschmerzen zermürben sehr und beeinträchtigen den Alltag. Auch bei der chronischen Form gibt es eine Behandlung. Im schwierigsten Fall kann der betroffene Nebenhoden entfernt werden — bei jungen Menschen kommt das allerdings nicht infrage.

Sexuell übertragbare Infektionen (z. B. Trichomoniasis, Gonorrhö) gehören zu den Ursachen dieser Entzündung, sind aber nicht die einzigen; die Diagnose wird durch eine den Beschwerden entsprechende Untersuchung gestellt. Die Entfernung des Nebenhodens ist ein chirurgischer Eingriff als letztes Mittel, birgt wie jede Operation Risiken und ist nicht für jeden geeignet.

Zuletzt aktualisiert:

Risiken und Grenzen

  • Die Varikozelenoperation birgt wie jeder chirurgische Eingriff das Risiko von Blutungen, Infektionen, der Entstehung einer Hydrozele und eines Wiederauftretens der Varikozele; eine Verbesserung des Spermiogramms kann nicht im Voraus zugesagt werden.
  • Bei TESE und Micro-TESE werden möglicherweise keine Spermien gefunden; der Eingriff wirkt sich auf das Hodengewebe aus und ist nicht für jeden Fall von Azoospermie geeignet — die Indikation wird nach einer individuellen Untersuchung gestellt.
  • Ob mit Spermien aus dem Hoden ein Kind zur Welt kommt, hängt auch von der Phase der künstlichen Befruchtung (IVF/ICSI) und vom weiblichen Faktor ab; ein Ergebnis kann nicht zugesagt werden.
  • Die Behandlung einer Nebenhodeninfektion erfordert mitunter mehrere Behandlungszyklen und Geduld; in chronischen Fällen gelingt eine vollständige Heilung nicht bei jedem Patienten gleichermaßen.
  • Nach einer Hydrozelenoperation können Schwellungen, Blutergüsse (Hämatome) und in seltenen Fällen ein Wiederauftreten vorkommen.
  • Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung; eine Behandlungsentscheidung wird erst nach einer individuellen Untersuchung getroffen.

Notfälle — suchen Sie ohne Verzögerung ärztliche Hilfe auf

  • Plötzliche, starke Schmerzen im Hoden — besonders zusammen mit Übelkeit oder einem hochgezogenen Hoden: Es kann eine Hodentorsion vorliegen, Stunden sind entscheidend — sofort den Rettungsdienst rufen oder eine Notaufnahme aufsuchen.
  • Rasch zunehmende Schwellung und Rötung am Hoden oder Hodensack, dazu hohes Fieber.
  • Starke Schmerzen, Schwellung oder Bluterguss nach einer Verletzung im Hodenbereich.
  • Blutgerinnsel im Urin oder vollständiges Ausbleiben des Wasserlassens.

Vorbereitung auf die Sprechstunde

  • Bitte kommen Sie mit gefüllter, mindestens halb gefüllter Harnblase zur urologischen Sprechstunde — so liefert die Ultraschalluntersuchung ein genaueres Ergebnis.
  • In den meisten Fällen müssen Sie nicht nüchtern erscheinen.
  • Bringen Sie frühere Spermiogramme, Laborbefunde und eine Liste der Medikamente mit, die Sie einnehmen — frühere Untersuchungen und Behandlungen werden bei der Beurteilung berücksichtigt.
  • Notieren Sie, wann die Beschwerden begonnen haben und wie lange sie schon bestehen — das ist für die Diagnose sehr wichtig.

Direkter Kontakt

Eine individuelle Diagnose und ein Behandlungsplan sind erst nach einer Untersuchung möglich. Termine vereinbaren Sie telefonisch oder per WhatsApp.

Direkter Kontakt Fragen und Antworten Artikel