Uroonkologie
Die uroonkologische Chirurgie gehört zu den zentralen Fachgebieten des Arztes. Der Ansatz beruht auf zwei Prinzipien: einer stufenweisen, präzisen Diagnostik und — wo immer möglich — organerhaltender Chirurgie.
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Stufenweise Diagnostik
1. Erstbeurteilung
Beschwerden, Risikofaktoren, körperliche Untersuchung, Urinuntersuchung und Ultraschall. Blut im Urin wird immer ernst genommen.
2. Bildgebung
Mit Computertomographie, MRT und bei Bedarf einer Urographie mit Kontrastmittel werden Lage und Ausdehnung des Tumors genau bestimmt.
3. Diagnosesicherung
Bleiben Zweifel, folgt eine endoskopische Untersuchung oder eine Biopsie. An der Prostata bietet die MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie eine höhere diagnostische Genauigkeit.
Chirurgische Schwerpunkte
Nierentumoren
Wenn Größe und Lage des Tumors es erlauben, wird bevorzugt nur der Tumor entfernt (Resektion); ist das nicht möglich, erfolgt eine laparoskopische oder robotische radikale Nephrektomie.
Prostatakrebs
Die Behandlung richtet sich nach Stadium und Risikogruppe: aktive Überwachung bei einer Erkrankung mit niedrigem Risiko, radikale Prostatektomie (laparoskopisch oder robotisch) oder Strahlentherapie bei nicht metastasierter Erkrankung, medikamentöse Therapie bei bereits gestreuter Erkrankung. Die Entscheidung wird individuell und gemeinsam mit dem Patienten getroffen.
Harnblasenkrebs
Sichtbares Blut im Urin — auch wenn es schmerzlos ist und nur einmal auftritt — erfordert immer eine urologische Abklärung. Erste Schritte sind eine Urinuntersuchung und ein Ultraschall; allein mit diesen beiden Untersuchungen lässt sich Harnblasenkrebs jedoch nicht ausschließen: Eine Zystoskopie (Blasenspiegelung, bei der die Harnblase mit einer Kamera von innen betrachtet wird) und eine Bildgebung des oberen Harntrakts (CT-Urographie) können erforderlich sein. Die Behandlung hängt davon ab, wie tief der Tumor eingewachsen ist und in welchem Stadium er sich befindet. Ist der Tumor nicht in die Muskelschicht der Harnblase eingewachsen, erfolgt über die Blasenspiegelung eine transurethrale Resektion (TUR-B); je nach Risikogruppe kann sie durch das Einbringen von Medikamenten in die Harnblase (Instillation) ergänzt werden, und wegen des Rückfallrisikos sind regelmäßige Kontrollen notwendig. Ist er in die Muskelschicht eingewachsen, ist in der Regel eine umfassendere Behandlung wie die radikale Zystektomie (vollständige Entfernung der Harnblase) erforderlich. Der Behandlungsplan wird individuell nach Stadium und Allgemeinzustand des Patienten festgelegt.
Tumoren des oberen Harntrakts
Tumoren des Harnleiters und des Nierenbeckens sind zwar selten, können sich aber durch Blut im Urin bemerkbar machen und erfordern dieselben Grundsätze der Abklärung und Nachsorge.
Ein onkologischer Behandlungsplan erfordert eine interdisziplinäre Entscheidung, und kein Text im Internet kann einen individuellen Behandlungsplan ersetzen. Besteht der Verdacht auf einen Tumor, wenden Sie sich ohne Zeitverlust an eine Ärztin oder einen Arzt.