Penis
Störungen der Sexualfunktion werden oft verschwiegen, und ärztliche Hilfe wird spät gesucht. Dabei kann eine erektile Dysfunktion mitunter das erste Warnzeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sein. Diese Seite behandelt Ursachen, Abklärung und Behandlungsstufen der erektilen Dysfunktion (Potenzschwäche) sowie den vorzeitigen Samenerguss und die Penisverkrümmung. Dabei gilt ein klarer Grundsatz: Eine Potenzschwäche sollte nicht automatisch auf eine Prostatitis zurückgeführt werden — die eigentliche Ursache muss durch eine individuelle Untersuchung gesucht werden.
Symptome
- Keine Erektion oder eine Erektion, die für den Geschlechtsverkehr nicht lange genug anhält
- Eine Erektion, die nicht fest genug ist, um den Geschlechtsverkehr zu vollziehen
- Vorzeitiger Samenerguss
- Nachlassendes sexuelles Verlangen (hormonelle Ursachen sollten abgeklärt werden)
- Deutliche Verstärkung der Beschwerden in Phasen von Stress und nervöser Anspannung
- Verkrümmung des Penis, Schmerzen bei der Erektion oder Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr
Wann sollten Sie einen Urologen aufsuchen?
- Das Erektionsproblem ist nicht vorübergehend, sondern hält an — Verschweigen und Abwarten führen dazu, dass die eigentliche Ursache spät gefunden wird.
- Sie haben Diabetes, Bluthochdruck oder eine Herz-Kreislauf-Erkrankung, und eine Potenzschwäche ist hinzugekommen — eine gefäßbedingte Ursache sollte abgeklärt werden.
- Ihre Sexualfunktion hat sich verschlechtert, seit Sie ein neues Medikament einnehmen — informieren Sie Ihren Arzt, ohne das Medikament eigenmächtig abzusetzen.
- Sie wurden wegen einer „Prostatitis“ behandelt, die Potenzschwäche ist aber geblieben — denn die Behandlung einer Prostatitis ist keine Behandlung der Potenzschwäche.
- Am Penis ist neu eine Verkrümmung aufgetreten, Sie ertasten einen harten Knoten oder haben Schmerzen bei der Erektion.
- Der vorzeitige Samenerguss belastet die Partnerschaft — diese Beschwerde wird gesondert beurteilt.
Themen
Eine Potenzschwäche sollte nicht automatisch auf eine Prostatitis zurückgeführt werden. Zu den Ursachen zählen Gefäßprobleme, hormonelle Störungen, Diabetes mellitus, Wirkungen von Medikamenten und psychogene Faktoren. Für die richtige Behandlung muss zuerst die eigentliche Ursache festgestellt werden.
Eine Prostatitis verursacht niemals eine Potenzschwäche. Darauf sei mit Nachdruck hingewiesen, denn gerade in diesem Punkt sollten sich Männer nicht täuschen lassen.
Das erklärt sich aus der Anatomie: Von den unteren seitlichen Anteilen der Prostata ziehen die für die Potenz zuständigen Nerven zum Penis. Eine Prostatitis ist eine Entzündung im Inneren der Prostata und wirkt sich niemals auf diese Nerven aus. Bei einer Potenzschwäche sind deshalb andere Untersuchungs- und Behandlungsmethoden notwendig. Die Behandlung einer Prostatitis ist niemals eine Behandlung der Potenzschwäche.
Geschädigt werden können diese Nerven zum Beispiel bei Prostatakrebs oder wenn ein Prostataabszess, also eine Eiterung, sie angreift — dann kann tatsächlich eine Potenzschwäche auftreten. Eine gewöhnliche chronische oder akute Prostatitis verursacht sie jedoch niemals.
Diese Einschätzung bezieht sich darauf, dass eine gewöhnliche akute oder chronische Prostataentzündung die für die Potenz zuständigen Nerven nicht direkt beeinträchtigt; Prostatakrebs und Prostataabszess sind die genannten Ausnahmen. Bei Patienten mit chronischen Beckenschmerzen kann die Sexualfunktion gestört sein — die Ursache wird in diesem Fall nicht in der Prostata selbst gesucht, sondern in Stress, im Nervensystem sowie in vaskulären und hormonellen Faktoren. Deshalb werden bei Patienten mit lange bestehenden Prostatabeschwerden beide Probleme getrennt beurteilt; die eigentliche Ursache lässt sich nur durch eine individuelle Untersuchung feststellen.
Die Ursache der Potenzschwäche ist häufig neurologisch — es handelt sich also um Zustände, die mit dem Nervensystem zusammenhängen. Auch gewöhnlicher Stress und Nervosität können eine Potenzschwäche verursachen.
In solchen Fällen kann auch eine Untersuchung der Gefäße nötig sein, die zum Penis hinführen und von dort zurückführen, denn auch Probleme oder Erkrankungen dieser Gefäße selbst können zu einer Potenzschwäche führen. Und natürlich spielt auch das Alter eine Rolle.
Mit einem individuellen Vorgehen ist die Behandlung dieser Erkrankung möglich. Manchmal lässt sie sich mit zwei ganz gewöhnlichen Medikamenten behandeln — entscheidend bleibt jedoch, dass jeder Patient individuell betrachtet wird.
Eine Behandlung ohne geklärte Ursache — etwa allein aufgrund der Diagnose „Prostatitis“ — hilft bei Potenzschwäche nicht: Zuerst muss die Ursache gefunden und die Behandlung dann darauf abgestimmt werden.
Die Behandlung mit zwei Medikamenten ist ein Beispiel für bestimmte Fälle, kein Versprechen für alle. Erektionsfördernde Medikamente haben Gegenanzeigen und Nebenwirkungen; welches Medikament in welcher Dosis infrage kommt und ob ein Medikament überhaupt geeignet ist, wird erst nach einer Untersuchung festgelegt.
Die Abklärung umfasst Hormonuntersuchungen, Blutzucker und Blutfettwerte (Lipidprofil), eine Gefäßuntersuchung sowie die Überprüfung der eingenommenen Medikamente.
Bei Bedarf werden die Gefäße, die dem Penis Blut zuführen und es von dort wieder abführen, gesondert untersucht, da auch Erkrankungen der Gefäße selbst eine Potenzschwäche verursachen können. Auch das Alter des Patienten, seine Grunderkrankungen und die Frage, seit wann die Beschwerden bestehen, gehören zur Beurteilung.
Eine universelle Untersuchung, die „alles zeigt“, gibt es nicht — welche Laborwerte und bildgebenden Verfahren nötig sind, wird individuell nach den Beschwerden ausgewählt; ein unnötig breites Untersuchungspaket wird nicht empfohlen.
Die erektile Dysfunktion — umgangssprachlich Impotenz oder Potenzschwäche genannt — bedeutet, dass keine Erektion zustande kommt oder sie für den Geschlechtsverkehr nicht lange genug aufrechterhalten werden kann. Sie tritt häufiger bei Männern über 40 auf; stressbedingte (psychogene) Formen können jedoch auch in jüngerem Alter vorkommen.
In vielen Fällen gibt es Behandlungsmöglichkeiten. Welche Behandlung zum Einsatz kommt, hängt von Ursache und Schweregrad der erektilen Dysfunktion ab — deshalb wird mit der Behandlung nicht begonnen, bevor die Ursache geklärt ist.
Da eine erektile Dysfunktion mitunter das erste Anzeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sein kann, sollte diese Beschwerde nicht verschwiegen werden und nicht ohne Untersuchung bleiben.
Der erste Schritt ist die medikamentöse Behandlung. Wenn Medikamente nicht wirken oder nicht geeignet sind, können in weiteren Stufen Verfahren wie die ESWT (niedrigenergetische Stoßwellentherapie), Vakuumpumpen und eine Penisprothese in Betracht gezogen werden.
Diese Abfolge ist eine allgemeine Orientierung und nicht für jeden Patienten gleich. Mit welcher Stufe begonnen und zu welchem Verfahren übergegangen wird, wird gemeinsam entschieden — abhängig von der Ursache, dem allgemeinen Gesundheitszustand und den Erwartungen des Patienten.
Eine medikamentöse Behandlung muss auf Rezept und mit ärztlicher Beratung erfolgen: Teilen Sie Ihrem Arzt alle anderen Medikamente, die Sie einnehmen, sowie bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit.
Das Behandlungsergebnis hängt von der Ursache und vom Patienten ab und wird nicht im Voraus versprochen. Eine Penisprothese ist ein chirurgischer Eingriff — wie jede Operation mit Risiken verbunden — und kommt erst nach ausführlicher Besprechung in Betracht, wenn andere Verfahren nicht geholfen haben. Kein Verfahren ist für jeden geeignet.
Auch der vorzeitige Samenerguss zählt zu den Störungen der Sexualfunktion. Er ist eine andere Beschwerde als eine schwache Erektion: Eine Erektion kann vorhanden sein, der Samenerguss erfolgt jedoch früher als gewünscht.
Beide Beschwerden können auch gemeinsam beim selben Patienten auftreten. Eine genaue Beschreibung in der Sprechstunde — wann die Beschwerden begonnen haben, ob sie immer oder nur in bestimmten Situationen auftreten — weist die richtige Richtung; danach wird auch das Behandlungskonzept gewählt.
Das Behandlungskonzept beim vorzeitigen Samenerguss wird erst in der Sprechstunde nach Beurteilung der Beschwerden festgelegt; von einer eigenmächtigen Anwendung von Medikamenten oder anderen Mitteln wird abgeraten.
Ja — Wirkungen von Medikamenten gehören zu den möglichen Ursachen einer Potenzschwäche. Deshalb werden bei der Untersuchung alle Medikamente überprüft, die Sie einnehmen — einschließlich Mitteln gegen Bluthochdruck, Herzmedikamenten, Medikamenten für das Nervensystem und anderen.
Setzen Sie ein Medikament, das Sie im Verdacht haben, nicht eigenmächtig ab: Das Absetzen eines verordneten Medikaments kann die Grunderkrankung verschlechtern. Über einen Wechsel des Medikaments oder eine Anpassung der Dosis wird nur gemeinsam mit dem verordnenden Arzt entschieden.
Ein Testosteronmangel (Hypogonadismus) kann sich durch nachlassendes sexuelles Verlangen, Erektionsprobleme, anhaltende Müdigkeit, abnehmende Muskelkraft und Stimmungsschwankungen äußern; diese Beschwerden können auch andere Ursachen haben.
Die Diagnose wird nicht allein anhand der Beschwerden gestellt: Ein niedriger Testosteronwert muss durch mindestens zwei in den Morgenstunden abgenommene Blutuntersuchungen bestätigt und seine Ursache abgeklärt werden.
Testosteronpräparate ohne Untersuchung und ohne ärztliche Kontrolle einzunehmen, ist nicht ratsam: Sie können die Spermienproduktion verringern — deshalb werden sie Männern mit Kinderwunsch nicht empfohlen — und die Dickflüssigkeit des Blutes (Hämatokrit) beeinflussen. Während der Behandlung werden Blutwerte (darunter Hämatokrit und PSA) und Beschwerden regelmäßig kontrolliert; ob eine Behandlung geeignet ist, entscheidet der Arzt nach einer Untersuchung.
Angeborene oder erworbene Verkrümmungen können Schmerzen und Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr verursachen. Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Verkrümmung und der Schwere der Beschwerden.
Eine leichte Verkrümmung, die den Geschlechtsverkehr nicht behindert und keine Schmerzen verursacht, erfordert nicht immer einen Eingriff. Da sich eine erworbene Verkrümmung eine Zeit lang noch verändern kann, wird über eine Operation in der Regel erst gesprochen, wenn sich die Verkrümmung stabilisiert hat.
Die operative Begradigung einer Verkrümmung ist ausgewählten Fällen vorbehalten; wie jeder chirurgische Eingriff ist sie mit Risiken verbunden, und das Ergebnis wird nicht im Voraus versprochen. Die Entscheidung fällt nach einer individuellen Untersuchung.
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Risiken und Grenzen
- Erektionsfördernde Medikamente sind nicht für jeden Patienten geeignet; ihre Einnahme ohne Berücksichtigung von Begleiterkrankungen und anderen Medikamenten kann gefährlich sein — sie sollten nicht ohne ärztliche Beratung eingenommen werden.
- ESWT und Vakuumpumpen wirken nicht in jedem Fall; das Ergebnis hängt von der Ursache ab und kann nicht im Voraus versprochen werden.
- Eine Penisprothese ist ein chirurgischer Eingriff: Wie jede Operation birgt sie das Risiko von Infektionen, Blutungen und technischen Problemen mit der Prothese; da sie eine Option späterer Behandlungsstufen ist, wird die Entscheidung erst nach ausführlicher Besprechung getroffen.
- Die operative Begradigung einer Verkrümmung ist ausgewählten Fällen vorbehalten und kann zu Komplikationen wie einer Veränderung der Penislänge oder des Empfindens führen; die Entscheidung wird individuell getroffen.
- Eine Behandlung ohne geklärte Ursache (z. B. der Versuch, eine Potenzschwäche mit einer Prostatitis-Behandlung zu „behandeln“) hilft nicht und führt zu Zeitverlust.
- Die Informationen auf dieser Seite dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Untersuchung; Behandlungsentscheidungen werden erst nach einer individuellen Untersuchung getroffen.
Notfälle — suchen Sie ohne Verzögerung ärztliche Hilfe auf
- Eine stundenlang anhaltende, nicht abklingende und schmerzhafte Erektion — besonders nach einem Erektionsmedikament oder einer Injektion: sofort in die Notaufnahme.
- Plötzliche starke Schmerzen, rasch zunehmende Schwellung und Bluterguss nach einer Verletzung des Penis.
- Vollständiger Harnverhalt (Wasserlassen nicht möglich).
- Blutgerinnsel im Urin — mit bloßem Auge sichtbares Blut im Urin muss immer abgeklärt werden, auch wenn keine Schmerzen bestehen.
- Plötzliche, heftige Schmerzen im Hoden oder Schmerzen in der Nierengegend zusammen mit hohem Fieber.
Vorbereitung auf die Sprechstunde
- Bitte kommen Sie mit voller oder zumindest halb voller Blase zur urologischen Sprechstunde — so liefert die Ultraschalluntersuchung genauere Ergebnisse.
- In den meisten Fällen müssen Sie nicht nüchtern kommen.
- Bringen Sie eine Liste aller Medikamente, die Sie einnehmen, sowie frühere Labor- und Untersuchungsbefunde mit — Wirkungen von Medikamenten gehören zu den Ursachen einer Potenzschwäche.
- Berichten Sie über frühere Behandlungen wegen einer „Prostatitis“ oder einer anderen Diagnose — die Klärung der Ursache ist der erste Schritt der Behandlung.
- Überlegen Sie sich vorab und notieren Sie, wann die Beschwerden begonnen haben, ob sie immer oder nur in bestimmten Situationen auftreten und welche Rolle Stress spielt — das Vorgehen wird individuell festgelegt.
Direkter Kontakt
Eine individuelle Diagnose und ein Behandlungsplan sind erst nach einer Untersuchung möglich. Termine vereinbaren Sie telefonisch oder per WhatsApp.
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