Prostata
Die Prostata ist eine Drüse, die beim Mann unterhalb der Harnblase liegt und den Anfangsteil der Harnröhre umschließt. Jeder Mann hat eine Prostata — Beschwerden verursacht nicht das Organ selbst, sondern seine Entzündung (Prostatitis), seine gutartige Vergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, BPH) oder Krebs. Diese Seite behandelt die Symptome, die Untersuchungsmethoden und die Behandlungsmöglichkeiten bei diesen drei Krankheitsgruppen. Wichtig: Die Größe der Prostata und die Stärke der Beschwerden stimmen nicht immer überein — eine kleine Prostata kann erhebliche Beschwerden verursachen, eine große dagegen überhaupt keine.
Symptome
- Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
- Verzögerter Beginn des Wasserlassens, Nachträufeln am Ende
- Mehrmaliges nächtliches Aufstehen zum Wasserlassen
- Gefühl, dass sich die Blase nicht vollständig entleert (Restharn)
- Brennen beim Wasserlassen
- Schmerzen oder Unbehagen im Dammbereich (hinter dem Hodensack)
- Fieber und Abgeschlagenheit bei akuter Prostatitis
- Prostatakrebs verursacht im Frühstadium oft überhaupt keine Symptome
Wann sollten Sie einen Urologen aufsuchen?
- Wenn Beschwerden beim Wasserlassen länger als einige Wochen anhalten oder Ihren Alltag oder Ihren Schlaf beeinträchtigen.
- Wenn Brennen beim Wasserlassen oder Schmerzen im Dammbereich zusammen mit Fieber auftreten — eine akute Prostatitis oder ein Abszess muss ausgeschlossen werden.
- Sichtbares Blut im Urin — auch ohne Schmerzen und auch wenn es nur ein einziges Mal auftritt — muss immer abgeklärt werden; selbst bei unauffälligem Ultraschall können eine Blasenspiegelung (Zystoskopie) und eine Bildgebung erforderlich sein.
- Wenn Ihr PSA-Wert erhöht ist — ziehen Sie keine eigenen Schlüsse, sondern wenden Sie sich an einen Urologen; auch Entzündungen, Infektionen und sogar die Untersuchung selbst können den PSA-Wert erhöhen.
- Nach dem 50. Lebensjahr wird auch ohne Beschwerden ein Beratungsgespräch empfohlen, um gemeinsam mit dem Arzt über die Früherkennung von Prostatakrebs zu entscheiden.
- Wenn die Selbstbehandlung mit in Apotheken oder im Internet beworbenen „Prostatamitteln“ keine Wirkung zeigt.
Themen
Jeder Mann hat eine Prostata; sie ist ein Organ, das jedoch Beschwerden verursachen kann. Der Satz „Ich habe Prostata“ erklärt die Beschwerden deshalb eigentlich nicht — wichtig ist, genau zu beschreiben, worin sie bestehen.
In den meisten Fällen handelt es sich um sogenannte obstruktive Beschwerden: ein schwacher Harnstrahl, nächtliches Aufstehen zum Wasserlassen oder ein verzögerter Harnfluss — der Harndrang ist da, doch der Urin kommt nur zögerlich. Hinzu kann das Gefühl kommen, dass die Blase unmittelbar nach dem Wasserlassen oder fünf Minuten später nicht vollständig leer ist; in diesem Fall spricht man vom Restharnsyndrom.
Daneben gibt es auch andere Beschwerden: Brennen beim Wasserlassen oder Schmerzen im Dammbereich, also hinter dem Hodensack. Sie können zu einer Prostatitis passen oder zu einer Eiteransammlung in der Prostata, einem sogenannten Abszess. Schon eine einfache Tastuntersuchung mit dem Finger hilft hier bei der Klärung: Handelt es sich um eine akute Prostatitis, ein Prostataadenom oder um Prostatakrebs?
Bei Prostatabeschwerden kommt es deshalb auf genaue Angaben an: Welche Beschwerden bestehen, seit wann, handelt es sich um eine akute Phase oder bestehen sie schon seit Monaten? Das sind sehr wichtige Faktoren.
Die Tastuntersuchung gibt eine erste Richtung vor; die endgültige Diagnose — insbesondere bei Verdacht auf Prostatakrebs — wird jedoch mit PSA-Wert, MRT und bei Bedarf einer Biopsie gesichert (siehe die folgenden Abschnitte).
Prostataerkrankungen lassen sich in drei Gruppen einteilen: die Entzündung der Prostata (Prostatitis), die gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie, auch Adenom genannt) und Prostatakrebs. Alle drei können ähnliche Beschwerden beim Wasserlassen verursachen, werden aber völlig unterschiedlich behandelt.
Eine Prostatitis wird in der Regel konservativ — mit Medikamenten — behandelt; entsteht ein eitriger Prozess (Abszess), kann eine Operation notwendig werden. Beim Adenom kommen im ersten Schritt meist Medikamente zum Einsatz; helfen diese nicht, werden endoskopische Verfahren (zum Beispiel HoLEP) oder offene Operationen angewandt.
Die Prostata liegt tief im Becken; Prostatakrebs kann offen, laparoskopisch oder robotisch operiert werden. Welches Verfahren gewählt wird, hängt vom Stadium der Erkrankung, vom Allgemeinzustand des Patienten und von den verfügbaren technischen Möglichkeiten ab — diese Entscheidung wird nach einer individuellen Untersuchung getroffen. Wie jeder chirurgische Eingriff sind auch diese Operationen mit Risiken verbunden; auch eine medikamentöse Behandlung kann Nebenwirkungen haben und darf nur auf ärztliche Verordnung erfolgen.
Nach dem 50. Lebensjahr zeigen sich bei vielen Männern folgende Anzeichen: ein schwächer werdender Harnstrahl, ein unterbrochener Harnfluss, mehrmaliges nächtliches Aufwachen, Schwierigkeiten, das Wasserlassen in Gang zu bringen, Nachträufeln am Ende und das Gefühl, dass sich die Blase nicht vollständig entleert.
Die Größe der Prostata allein bestimmt nicht, wie stark die Beschwerden sind. Deshalb richtet sich die Behandlungsentscheidung nicht nur nach der Größe, sondern nach dem Ausmaß der Beschwerden, den Messwerten des Harnflusses und der Restharnmenge.
Eine Prostatitis ist eine Entzündung der Prostata. Sie kann bei Männern jeden Alters auftreten und verläuft akut oder chronisch. Durch die Entzündung schwillt die Prostata an und wird schmerzhaft; die Schwellung engt den Abschnitt der Harnröhre ein, der durch die Prostata verläuft, und das Wasserlassen wird erschwert. Bei einer akuten Prostatitis können Fieber und Abgeschlagenheit auftreten; in schweren Fällen kann die Infektion in die Blutbahn gelangen und eine Sepsis verursachen.
Die Behandlung erfolgt in der Regel kombiniert: schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente, Alphablocker, die Prostata und Blasenhals entspannen, geeignete Antibiotika und bei Bedarf Infusionen. Ist die Harnentleerung stark erschwert, kann ein Katheter erforderlich sein, der über den Unterbauch in die Harnblase gelegt wird.
Bei den meisten Patienten bessern sich die Beschwerden innerhalb von einigen Wochen bis einigen Monaten; bei manchen kann es auch länger dauern. Wird die Behandlung verzögert oder nicht richtig durchgeführt, kann sich in der Prostata eine Eiteransammlung — ein Abszess — bilden; dann kann ein chirurgischer Eingriff notwendig werden.
Antibiotika und andere Medikamente dürfen nur auf ärztliche Verordnung eingenommen werden; auch wenn die Beschwerden nachlassen, darf die Therapie nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt abgebrochen werden. Bevor die Diagnose Prostatitis gestellt wird, müssen das Adenom und Prostatakrebs, die ähnliche Beschwerden verursachen, in Betracht gezogen werden.
Die Behandlung einer Prostatitis ist niemals zugleich eine Behandlung der Potenzschwäche. Das erklärt sich aus der Anatomie: An den unteren seitlichen Anteilen der Prostata verlaufen die für die Potenz verantwortlichen Nerven zum Penis. Die Prostatitis ist eine Entzündung im Inneren der Prostata und wirkt sich nicht auf diese Nerven aus. Bei einer Potenzschwäche sind deshalb andere Untersuchungs- und Behandlungsmethoden notwendig.
Die Ursache einer Potenzschwäche ist oft neurologisch, also mit dem Nervensystem verbunden; auch gewöhnlicher Stress und Nervosität können sie auslösen. Eine Schädigung der genannten Nerven ist zum Beispiel bei Prostatakrebs möglich oder bei einem Prostataabszess, wenn die Eiterung diese Nerven schädigt — dann kann tatsächlich eine Potenzschwäche auftreten. Eine gewöhnliche chronische oder akute Prostatitis verursacht sie jedoch nicht.
Unter Umständen ist auch eine Untersuchung der Gefäße nötig, die zum Penis hinführen und von dort zurückführen. Auch das Alter spielt eine wichtige Rolle. Manchmal lässt sich die Erkrankung schon mit zwei einfachen Medikamenten behandeln — entscheidend ist jedoch ein individuelles Vorgehen, damit nicht aufgrund einer falschen Diagnose falsch behandelt wird.
Eine Potenzschwäche sollte daher nicht automatisch der Prostatitis zugeschrieben werden; ihre Ursache (Gefäße, Hormone, neurologische Ursachen, Medikamentenwirkungen, psychogene Faktoren) muss gesondert abgeklärt werden. Ausnahmen sind Prostatakrebs oder ein Abszess, die die Nerven schädigen können. Bei chronischen Beckenschmerzen kann die Sexualfunktion beeinträchtigt sein; die Ursache dafür liegt in der Regel nicht in der Prostata selbst, sondern in begleitenden Faktoren, die gesondert untersucht werden sollten.
Das Adenom ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata und macht sich durch Beschwerden beim Wasserlassen bemerkbar. Prostatakrebs dagegen verursacht im Frühstadium oft überhaupt keine Beschwerden — gerade deshalb sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen entscheidend.
Zur Unterscheidung dienen die Tastuntersuchung, der PSA-Test und bei Verdacht eine MRT-Ultraschall-Fusionsbiopsie. Ein erhöhter PSA-Wert allein bedeutet noch keinen Krebs; Entzündungen, Infektionen und sogar die Untersuchung selbst können den PSA-Wert erhöhen.
Wie häufig die Kontrollen stattfinden und ab welchem Alter sie beginnen, wird anhand der individuellen Risikofaktoren gemeinsam mit dem Arzt festgelegt — das ist keine starre Regel „jedes Jahr“, sondern eine gemeinsame Entscheidung. Auch eine Biopsie ist ein Eingriff; ihre Notwendigkeit und ihre Risiken werden mit dem Arzt besprochen.
Zwischen einer gutartigen Vergrößerung — oft spricht man auch von Hyperplasie oder vom Prostataadenom — und Krebs besteht ein großer Unterschied. Beide können die gleichen Beschwerden verursachen: einen schwachen Harnstrahl, nächtliches Wasserlassen, einen verzögerten Harnfluss und das Gefühl von Restharn. Prostatakrebs lässt sich allein anhand dieser Beschwerden jedoch nicht erkennen; dafür sind zusätzliche Untersuchungsmethoden notwendig.
Der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) wird im Blut bestimmt. Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht zwangsläufig Krebs — die Ursache kann auch eine Entzündung sein. Sehr wichtig ist die Tastuntersuchung: Dabei wird die Konsistenz der Prostata beurteilt — ist sie hart wie ein Knochen oder weich? Manchmal ist die Prostata hart, obwohl der PSA-Wert nicht erhöht ist.
Ergänzend steht eine weitere Untersuchungsmethode zur Verfügung: die multiparametrische MRT der Prostata. Ihr Befund wird in Stufen eingeteilt — PI-RADS 1, 2, 3, 4 und 5. Liegt der Wert über drei, kann der Verdacht auf Prostatakrebs entstehen. Die eigentliche Diagnose wird mit der Biopsie gestellt. Ergibt sich bei allen drei Untersuchungen — Tastuntersuchung, PSA und MRT — oder auch nur bei einer davon ein Verdacht, sollte eine Biopsie erfolgen.
Ergeben Tastuntersuchung, MRT und PSA keinen Verdacht, wird die Diagnose Adenom gestellt, und es wird nur das Adenom behandelt. Wird die Diagnose im Frühstadium richtig gestellt, kann dem Patienten sehr gut geholfen werden.
Deuten Sie Ihren PSA-Wert nicht auf eigene Faust: Auch Entzündungen, Infektionen und die Untersuchung selbst können den PSA-Wert erhöhen. Ob eine Biopsie erfolgt und welche Risiken sie mit sich bringt, wird gemeinsam mit dem Arzt besprochen.
Eine Operation wird in der Regel erwogen, wenn die medikamentöse Behandlung nicht ausreicht oder Komplikationen auftreten (wiederholter Harnverhalt, wiederkehrende Infektionen, Blasensteine, Auswirkungen auf die Nierenfunktion). Am häufigsten kommen endoskopische Verfahren zum Einsatz, die ohne Schnitt über die Harnröhre durchgeführt werden.
Bei der transurethralen Resektion (TUR-P) wird das vergrößerte Gewebe mit einer elektrischen Schlinge Stück für Stück abgetragen; sie wird vor allem bei mittelgroßer Prostata gewählt. Bei der Laserenukleation wird das Gewebe mit einem Holmium-Laser (HoLEP) oder Thulium-Laser (ThuLEP) von der Kapsel gelöst und entfernt; diese Verfahren können auch bei großer Prostata eingesetzt werden. In manchen Fällen kommen auch andere Verfahren infrage.
Die Wahl des Verfahrens hängt von der Größe der Prostata, den Werten für Harnfluss und Restharn, der Einnahme blutverdünnender Medikamente und von Begleiterkrankungen ab. Jedes Verfahren hat Risiken: Blutungen, Infektionen, vorübergehende Schwierigkeiten, den Urin zu halten, oder Harninkontinenz; ein Rückfluss der Samenflüssigkeit in die Blase (retrograde Ejakulation) tritt nach diesen Operationen häufig auf. Die Entscheidung wird nach der Untersuchung individuell getroffen.
Bei der HoLEP wird das vergrößerte Prostatagewebe mit einem Holmium-Laser ohne Hautschnitt über die Harnröhre vollständig entfernt. Das Verfahren kann auch bei großer Prostata angewandt werden, und das entfernte Gewebe wird zur feingeweblichen (histologischen) Untersuchung eingeschickt.
Bei der HoLEP wird das Gewebe nicht mit einem Messer oder ähnlichen schneidenden Instrumenten, sondern mit Laserenergie bearbeitet. Dadurch wird das Gewebe weniger geschädigt; erfahrungsgemäß treten im Vergleich zu anderen Verfahren nach der Operation meist seltener Harninkontinenz und Probleme beim Wasserlassen auf, das Blutungsrisiko kann niedriger, die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens geringer und der Krankenhausaufenthalt kürzer sein.
Dennoch ist auch die HoLEP ein chirurgischer Eingriff: Komplikationen wie Blutungen, Infektionen und vorübergehende Schwierigkeiten, den Urin zu halten, sind nicht völlig ausgeschlossen. Ob das Verfahren für einen bestimmten Patienten geeignet ist, wird nach der Untersuchung (Harnfluss, Restharn, Prostatagröße, Begleiterkrankungen) festgelegt.
Eine Laseroperation wirkt sich in der Regel nicht negativ auf die Erektionsfähigkeit aus: Die Eindringtiefe des Lasers ist gering, seine Wirkung auf das umliegende gesunde Gewebe begrenzt, und es wird angestrebt, die für die Erektion verantwortlichen Nerven zu schonen.
Dennoch ist kein chirurgischer Eingriff völlig risikofrei. Die Sexualfunktion vor der Operation, das Alter und Begleiterkrankungen können das Ergebnis beeinflussen; das Ergebnis ist individuell, und diese Frage sollte in der Sprechstunde gesondert besprochen werden.
Gemeint ist die vollständige Entfernung der Prostata bei Prostatakrebs; bei manchen Patienten werden auch die regionalen Lymphknoten entfernt. Der Eingriff kommt bei Patienten ohne Metastasen infrage, deren Alter und allgemeiner Gesundheitszustand es zulassen. Dieselbe Operation kann auch mit einem Roboter durchgeführt werden.
Robotische Operationen sind im Grunde eine Form der laparoskopischen Verfahren. Der Unterschied besteht darin, dass der Roboter mit seinen Instrumenten die Bewegungen der menschlichen Hand ausführt; bei laparoskopischen Verfahren kann das Instrument diese Bewegungen nicht ausführen.
Bei der Operation wegen Prostatakrebs wird nach der Entfernung der Prostata eine Verbindung (Anastomose) zwischen Harnblase und Harnröhre hergestellt — laparoskopisch ist das sehr schwierig. Außerdem bleibt der Verschlussmechanismus, der sogenannte Sphinkter, an seinem Platz; nach der Operation kann der Patient normal Wasser lassen und den Urin halten. In anderen Fällen kann dieser Verschlussmechanismus verletzt werden.
Erfahrungsgemäß sind bei der robotischen Operation Gewebe, Organe und Gefäße deutlicher zu erkennen, und die Wahrscheinlichkeit von Verletzungen sinkt; nach der Operation sind die Schmerzen geringer, der Patient kann frühzeitig entlassen werden, und die Rehabilitationsphase ist kürzer.
Die robotische Operation hat allerdings auch einen Nachteil: Das Einführen der Instrumente in den Körper und das Andocken des Roboters an die Instrumente nehmen etwas Zeit in Anspruch. Bei manchen Operationen kann der Roboter nicht eingesetzt werden, etwa bei großen Tumoren, denn für eine robotische Operation ist unbedingt ein gewisser Arbeitsraum erforderlich. Ob der Roboter eingesetzt wird, entscheidet in jedem Fall der operierende Chirurg.
Die radikale Prostatektomie ist eine große Operation: Unabhängig vom Verfahren sind Blutungen, Infektionen, Schwierigkeiten, den Urin zu halten, und Veränderungen der Sexualfunktion möglich. Das robotische Verfahren ist nicht für jeden Patienten und nicht in jeder Klinik verfügbar; die Wahl erfolgt individuell nach Stadium, Allgemeinzustand und technischen Möglichkeiten.
Nein. Die Wahl der Behandlung hängt vom Stadium und von der Risikogruppe des Krebses (PSA-Wert, Biopsieergebnis, MRT und weitere Untersuchungen), vom Alter des Patienten, von seinem allgemeinen Gesundheitszustand und von seinen eigenen Präferenzen ab.
Bei einer Erkrankung mit niedrigem Risiko kann vielen Patienten statt einer sofortigen Behandlung eine aktive Überwachung mit regelmäßigen PSA-Kontrollen, MRT und bei Bedarf einer erneuten Biopsie angeboten werden; bei älteren Patienten oder bei schweren Begleiterkrankungen wird manchmal ausschließlich beobachtet. Bei nicht metastasierter Erkrankung sind die radikale Prostatektomie (offen, laparoskopisch oder robotisch) und die Strahlentherapie (in manchen Fällen kombiniert mit einer Hormontherapie) die wichtigsten Optionen; bei einer gestreuten Erkrankung kommen die Hormontherapie und andere medikamentöse Behandlungen zum Einsatz.
Jede Option hat eigene Vorteile und Nebenwirkungen — die Entscheidung wird nach Möglichkeit auf Grundlage einer gemeinsamen Beurteilung durch Urologen, Onkologen und Strahlentherapeuten getroffen und mit dem Patienten selbst besprochen.
Nach Abschluss der Behandlung sind Lebensstil und regelmäßige Nachsorge gleichermaßen wichtig: regelmäßige Untersuchungen nach dem vom Arzt festgelegten Zeitplan, Verzicht auf das Rauchen, das Halten eines gesunden Körpergewichts, Ernährung und körperliche Aktivität nach ärztlicher Empfehlung sowie bevorzugt naturbelassene Lebensmittel.
Diese Schritte unterstützen die allgemeine Gesundheit, und die Nachsorgeuntersuchungen ermöglichen es, ein Wiederauftreten der Erkrankung oder eine neue Veränderung frühzeitig zu erkennen. Häufigkeit und Inhalt der Nachsorge (zum Beispiel die Kontrolle des PSA-Werts) legt der behandelnde Arzt individuell fest.
Änderungen des Lebensstils können helfen, das Risiko zu senken, ersetzen aber keine Nachsorgeuntersuchungen.
Sie sollten nicht als Behandlung angesehen werden. Sprechen Sie mit einem Arzt, bevor Sie in Apotheken oder im Internet beworbene Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.
Der Versuch, Beschwerden beim Wasserlassen mit solchen Mitteln „loszuwerden“, kann die Diagnose verzögern — vor allem, weil Prostatakrebs im Frühstadium oft keine Beschwerden verursacht.
Zuletzt aktualisiert:
Risiken und Grenzen
- Bei allen Prostataoperationen (HoLEP, laparoskopische und robotische Prostatektomie) bestehen allgemeine chirurgische Risiken wie Blutungen, Infektionen und narkosebedingte Komplikationen.
- Nach Prostataoperationen sind Schwierigkeiten, den Urin zu halten (Harninkontinenz), und Veränderungen der Sexualfunktion möglich; die Wahrscheinlichkeit hängt vom Verfahren, vom Stadium der Erkrankung und von der individuellen Situation des Patienten ab.
- Eine medikamentöse Behandlung (Alphablocker, Antibiotika, entzündungshemmende Medikamente) kann Nebenwirkungen haben und darf nur auf ärztliche Verordnung erfolgen; setzen Sie verordnete Medikamente nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ab.
- Der PSA-Test allein stellt keine Diagnose: Ein erhöhter PSA-Wert bedeutet nicht Krebs, und ein normaler PSA-Wert schließt Krebs nicht vollständig aus. Auch eine Biopsie ist ein Eingriff, über den gemeinsam mit dem Arzt entschieden wird.
- Kein Behandlungsverfahren ist für jeden Patienten geeignet: Das robotische Verfahren ist bei großen Tumoren unter Umständen nicht anwendbar, und die Entscheidung für HoLEP oder eine medikamentöse Behandlung richtet sich individuell nach dem Ausmaß der Beschwerden und den Untersuchungsergebnissen.
- Bei chronischer Prostatitis kann die Behandlung lange dauern und mehrere Behandlungszyklen erfordern — die Erwartung eines schnellen Ergebnisses ist nicht immer realistisch.
Notfälle — suchen Sie ohne Verzögerung ärztliche Hilfe auf
- Wasserlassen ist gar nicht mehr möglich — trotz voller Blase kommt kein Urin (akuter Harnverhalt).
- Beschwerden beim Wasserlassen zusammen mit hohem Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit — eine akute Prostatitis kann in eine Sepsis übergehen.
- Starke Schmerzen im Dammbereich und Fieber — Verdacht auf einen Prostataabszess.
- Blut mit Gerinnseln im Urin.
- Nach einer Prostataoperation: Fieber, starke Blutung oder kein Wasserlassen mehr möglich.
Vorbereitung auf die Sprechstunde
- Bitte kommen Sie mit voller — zumindest halb gefüllter — Blase in die urologische Sprechstunde: So ist die Ultraschalluntersuchung der Harnblase genauer.
- Nüchtern müssen Sie in den meisten Fällen nicht kommen.
- Bringen Sie frühere Befunde — PSA-Wert, Ultraschall, MRT, Rezepte — und eine Liste der Medikamente mit, die Sie einnehmen.
- Seien Sie darauf vorbereitet, genau anzugeben, wann und wie die Beschwerden begonnen haben (plötzlich oder schon seit Monaten).
- Der PSA-Wert kann nach einer Tastuntersuchung und bei Entzündungen ansteigen — teilen Sie dem Arzt mit, wann Sie den Test gemacht haben.
Direkter Kontakt
Eine individuelle Diagnose und ein Behandlungsplan sind erst nach einer Untersuchung möglich. Termine vereinbaren Sie telefonisch oder per WhatsApp.
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